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Schlecker-Apotheke versucht mit falschen Referenzpreisen zu punkten

28.03.08

BERLIN – Der Skandal kam schneller, als selbst die größten Pessimisten glaubten. Kaum zwei Wochen nach dem das Bundesverwaltungsgericht den Arzneimittelversand über Drogerien zuließ, fiel bereits die erste Maske: Die Drogeriekette Schlecker und ihre hauseigene „Versandapotheke“ Vitalsana wurden überführt, Verbraucher mit frei erfundenen unverbindlichen Preisempfehlungen zu ködern. Ihnen wurde eine erhebliche Preisersparnis (von bis zu 28 Prozent) vorgegaukelt.

Betroffen sein sollen zahlreiche Angebote der Schlecker-Versandapotheke. Als erstes hat offenbar das Pharmaunternehmen Whitehall-Much, Münster, eine Wyeth-Tochter (Spalt-Schmerztablette) reagiert. Wie unterschiedliche Quellen berichten, untersagte das Unternehmen der Schlecker-Tochter, Referenzpreise für die Produkte Vitasprint und Centrum zu nennen. Begründung: Solche Empfehlungen gebe es gar nicht.

Klare Worte fand der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI). Man werte die „Fantasiepreise“ als Indiz, dass mit falschen Tatsachen Geschäfte gemacht werden sollten. Beim Bundesverband deutscher Versandapotheken
(BVDVA) gab man sich bedeckt. „Der Quereinsteiger muss seine Hausaufgaben noch machen,“ hieß es beschwichtigend. Deutlich wurde die für den Standort der Drogeriekette zuständige Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Sie sieht in dem Vorgehen eine „Irreführung des Verbrauchers“ sowie eine „wettbewerbswidrige Werbung“.

Der Drogist und seine Versandapotheke sind auf Tauchstation gegangen. Selbst drei Tage nach dem erste Verdachtsmomente auftauchten, wurde jede Stellungnahme verweigert. Übrigens: Auch die Politiker, die den Versandhandel bis dato lauthals befürworteten, schweigen sich aus.


( gefunden im Newsletter der Apotheken Rechenzentrum GmbH, Darmstadt
mit freundlicher Genehmigung )

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